23. November 2018, RWE Power AG

Bundesweiter Aktionstag der IG BCE

Demonstrationen, Mahnwachen und außerordentliche Betriebsversammlungen setzen ein starkes Zeichen

Am bundesweiten Aktionstag der IG BCE setzen tausende Menschen ein Zeichen für die Zukunft der Braunkohlenreviere und für die Sicherung von Arbeitsplätzen.

Außerordentliche Betriebsversammlungen der RWE Power

Unter dem Motto „Entscheidung um die Zukunft des Rheinischen Reviers – Ohne gute Arbeit kein gutes Klima“ – fanden bei RWE Power außerordentliche Betriebsversammlungen an acht verschiedenen Standorten statt. Dabei wurde die Rede des IG BCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis im Industriepark Schwarze Pumpe in der Lausitz via Live-Stream an alle Versammlungsorte übertragen. An den Standorten Essen, Weisweiler, Gustorf, Hambach, Grefrath, Elsdorf, Niederaußem und Frimmersdorf verfolgten RWE-Mitarbeiter die Ausführungen aufmerksam. Vassiliadis dankte für die Unterstützung bei der Großdemonstration am 24. Oktober und betonte, dass die Mitglieder der Strukturwandel-Kommission sehr beeindruckt vom Engagement der 30.000 Teilnehmer waren. „Die Reviere stehen zusammen“, betonte Vassiliadis. Diejenigen, die einen guten Job machten, dürften nicht die Leidtragenden sein. Vassiliadis forderte einen Kohleausstieg mit Perspektive und eine gute Zukunft für die Braunkohlen-Reviere: „Es geht um das Herz der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in Deutschland.“

Demonstrationszug in Köln

In Köln zogen im Anschluss an die Betriebsversammlungen tausende RWE-Mitarbeiter und Vertreter von Partnerfirmen, friedlich aber lautstark in einem Demonstrationszug durch die Straßen. Wer am Mittwochnachmittag in der Kölner Innenstadt war, der wusste, hier kämpfen Menschen um ihre Jobs und einen Strukturwandel im Rheinischen Revier mit Augenmaß. Vom Hauptbahnhof gestartet zog der Demonstrationszug durch das Kölner Stadtzentrum. Bei strahlendem Sonnenschein an diesem Nachmittag leuchteten die orangefarbenen Sicherheitsjacken besonders hell. „Wir wollten heute ein Zeichen setzen, das man nicht übersehen kann. Das ist uns gut gelungen. Wir waren laut für unsere Jobs“, sagte Harald Louis, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Power. Der Protest sei wichtig, noch tage die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, daher werde es auch noch weitere Mahnwachen geben, so Louis. „Wenn nötig, werden wir auch noch in Berlin sichtbar.“ Ähnlich äußerten sich auch verschiedene Demonstrationsteilnehmer, vom 29-jähriger Erdbaumaschinenführer bis hin zur 53-jährigen RWE-Mitarbeiterin aus dem Einkauf der Kölner Zentrale. Für die Mitarbeiter war es wichtig zu betonen, dass „alle zusammenstehen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl haben“. Überhören konnte man die Demonstranten nicht; viele hatten Trommeln und Trillerpfeifen mitgebracht, andere schwenkten Fahnen oder hatten Schilder gebastelt. Ganz vorne im Zug gingen neben Louis auch Lars Kulik, Braunkohlenvorstand der RWE Power, und Arbeitsdirektor Ralf Giesen.
Den Zug selbst führte aber die Holzfigur der heiligen Barbara an. Die Schutzpatronin der Bergleute wurde auf einem kleinen Wagen durch die Straßen gezogen. An diesem Mittwoch in Köln hat sie ihren Job ganz offensichtlich gut erledigt.

Mahnwache in Essen

Parallel zur Demonstration in Köln versammelten sich in Essen rund 100 Mitarbeiter vor der Zentrale an der Huyssenallee mit Fahnen und Schildern zu einer Mahnwache. Aus der Menge hörte man schnell heraus, warum sie sich versammelt hatten. Die Mitarbeiter machten deutlich, dass sie hier seien, „um Gesicht zu zeigen, denn das Thema geht uns schließlich alle an“. Eine Mitarbeiterin erklärte: „Wir wollen gemeinsam zeigen, dass wir zusammenhalten und zum Unternehmen stehen. Ich bin stolz darauf hier zu arbeiten.“