Tagebau Hambach:
Ausgleich schaffen durch Renaturierung

Die Rekultivierungsmaßnahmen von RWE im Überblick

Der Tagebau Hambach greift in die Landschaft ein – das ist unbestritten. Doch durch aufwendige Maßnahmen im Bereich der Renaturierung und Rekultivierung schafft RWE Power neue Wälder, Felder, Seen und Biotope. Die Rekultivierung wird weltweit von Experten gelobt, denn sie eröffnet neue Möglichkeiten und schafft neue Lebensräume und Rückzugsorte für Tier und Mensch in der Region.

Ohne Rekultivierung keine Arbeiten in unseren Tagebauen: Unter dieser Prämisse plant die RWE Power seit Jahren die Wiedernutzbarmachung und Aufwertung ehemaliger Tagebaugelände im Rheinischen Revier. So auch im Tagebau Hambach. Das Konzept setzt weltweite Maßstäbe, das bestätigen Wissenschaftler auf der ganzen Welt. Der Grund ist einfach, wie genial: Kombiniert werden Rekultivierung und Artenschutz in einem. So hat RWE im gesamten Rheinischen Revier bislang mehr als 22.000 Hektar ehemaliges Tagebaugelände rekultiviert. Davon wurden allein 8.000 Hektar wieder aufgeforstet. Der Waldbestand im Rheinischen Revier wurde durch die Bemühung von RWE nachweislich erhöht. Und nicht nur das: Durch die gezielte Gestaltung von naturnahen Lebensräumen fördert RWE die Biodiversität, beispielsweise durch neu entstandene Landschaftsseen, vermehrte Grünflächen sowie Acker-, Wiesen- und Waldgebiete. Um dies zu bewerkstelligen, greift RWE auf einen nachhaltigen Prozess zurück: Abraum wird eingesetzt, um neue Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu schaffen.

Rekultivierung rund um den Tagebau Hambach

Über den Tagebau Hambach sichert RWE den Strom für jede siebte Steckdose in Nordrhein-Westfalen. Stromerzeugung allein ist uns jedoch nicht genug. Aus diesem Grund kombinieren wir den Braunkohlentagebau auch mit der schnellen Wiedernutzbarmachung des Tagebaugeländes. Bis heute hat RWE bereits rund 1.500 Hektar Forstgebiet im Zuge des Betriebs des Tagebau Hambach nahe des Hambacher Forst rekultiviert. Davon wurden rund 100 Hektar als Sonderflächen ausgewiesen, sodass wir Biotope für gefährdete Tier- und Pflanzenarten schaffen konnten – darunter nährstoffarme, feuchte und tonige Flächen, Obstwiesen oder gar Baumreihen, die als Unterschlupf für Fledermäuse dienen.

Unser Ziel ist es neue Lebensräume zu schaffen. Und dieses verfolgen wir seit Jahren mit großem Erfolg. Durch unsere Bemühungen haben rund 3.000 Tier- und über 1.300 Pflanzenarten ein neues Zuhause gefunden. Darunter sind auch zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die auf der „roten Liste“ stehen. Mit den Rekultivierungsmaßnahmen rund um den Tagebau Hambach haben wir unter anderem eine neue Heimat für verschiedene Vogelarten wie den Baumpieper, die Heidelerche oder die Turteltaube. Zugleich ermöglichen wir es Arten, die in der Niederrheinischen Tiefebene vom Aussterben bedroht sind, sich so sicher weiter fortzupflanzen. Etwa durch die erfolgreiche Umsiedlung des Springfroschs oder der Wechselkröte.

Wie gut die neuen Lebensräume angenommen werden, zeigt folgendes Beispiel: Unsere Biotope gelten als Nistplätze für Steinschmätzer. Diese Vogelart kommt in NRW nur noch in der Rekultivierung der Tagebaue Hambach, Garzweiler und Inden vor. Zudem sind die Rekultivierungsgebiete auch bekannte Lebensräume des seltenen Neuntöters sowie von weiteren seltenen Arten wie dem Pirol oder Uhu.

Auch botanisch verzeichnen unsere Maßnahmen größte Erfolge. So konnten wir erfolgreich Vorkommen von Silbergras, Berg-Sandglöckchen und diversen Orchideenarten ansiedeln. Darunter auch das Knabenkraut (Dactylorhiza praetermissa). Bei der Neubepflanzung von Waldgebieten nehmen wir Rücksicht auf die natürliche Vegetation in der Region und etablieren gleichzeitig neue Baumarten. Die unterschiedlichen Waldflächen fördern die Artenvielfalt in der gesamten Region und somit auch rund um den Hambacher Forst. Im Rahmen des Tagebau Hambach haben wir daher pro Hektar durchschnittlich 7.500 neue Bäume gepflanzt, darunter der Speierling, Walnussbäume sowie die Edellaubhölzer Vogelkirsche, Esche oder Spitzahorn.

Die Sophienhöhe: Neues Zuhause für tausende Arten und Naherholungsgebiet für die Menschen der Region

Aus der Region, für die Region. Mit unserer Rekultivierung wollen wir dem Rheinischen Revier und den Menschen vor Ort etwas zurückgeben. Aus diesem Gedanken heraus ist das Projekt „Sophienhöhe“ entstanden. Mit dem Abraum des Tagebau Hambach haben wir eine rund 200 Meter hohe, bewaldete Anhöhe an der Nordwestflanke des Tagebau Hambach geschaffen – direkt gegenüber des Hambacher Forst. Unsere Mitarbeiter haben auf jedem Hektar im Schnitt rund 7.500 Bäume gepflanzt – zum Teil aus der Gewinnung von Baumsamen aus den Altbeständen des Hambacher Forst. Darunter Speierlinge, Walnuss, Eichenlinden, Hainbuchen sowie Trauben- und Stieleichen. Mehr als zehn Millionen Bäume sind es bereits an der Zahl. Die ältesten Bäume sind bereits mehr als 40 Jahre alt.

Die Sophienhöhe ist durch die Rekultivierung zu einem Paradies für Pflanzen, Tier und Mensch geworden. Bisher haben Wissenschaftler bereits mehr als 800 Pflanzenarten und über 1.000 Tierarten erfasst. Darunter der Baumpieper, die Heidelerche, das Schwarzkehlchen und andere Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind. Mit der Sophienhöhe hat RWE auf der gegenüberliegenden Seite des Hambacher Forst nicht nur ein Biotop geschaffen, welches für verschiedenste Lebewesen ein neues Zuhause geworden ist, sondern gleichfalls ein Naherholungsgebiet für die Menschen der Region. Über 100 Kilometer lange Wanderwege, naturnahe Erlebnisräume, Führungen und vieles mehr bieten den Menschen der Region einen Ort der Erholung. Die Sophienhöhe ist zudem für den Tourismus in der Region ein Segen. Denn RWE veranstaltet in Kooperation mit den hiesigen Tourismusverbänden zahlreiche Veranstaltungen in dem Naherholungsgebiet, darunter begleitete Führungen. Wanderkarten und nächtliche Expeditionen für Familien ergänzen das Angebot. RWE stellt zudem eigene Revierförster, die auf der Sophienhöhe aktiv sind.

Auch den Landwirten Perspektiven bieten

Mit der landwirtschaftlichen Wiedernutzbarmachung von ehemaligen Tagebauflächen hilft RWE auch den hiesigen Landwirten weiter. Dazu werden rund 1.000 Hektar Neuland nach und nach zu landwirtschaftlichen Flächen umfunktioniert. Diese werden zunächst wie üblich mehrere Jahre lang von Landwirten der RWE Power biologisch aktiviert. So werden beispielsweise Luzerne und Lupine gepflanzt, um den Nährstoffgehalt des Lößbodens zu steigern. Nach rund sieben Jahren gehen die Felder in den Besitz hiesiger Erwerbslandwirte über. Durch dieses Vorgehen konnten im Bereich des Rheinischen Reviers u. a. auch Weingüter angelegt und erfolgreich bewirtschaftet werden.

Ein kontinuierlicher Lernprozess

Die Methoden der Rekultivierung und Renaturierung, die RWE anwendet, haben sich im Laufe eines langen Lernprozesses stets weiterentwickelt. Sie wurden über die Jahrzehnte immer wieder an veränderte Zielvorstellungen und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Sie orientieren sich dabei auch stets an der Umgebung rund um den Tagebau Hambach. Das Lernen geht weiter. Wissenschaftliche Arbeiten von Hochschulinstituten begleiten die Rekultivierung und kommen so der Arbeit in und an der neuen Landschaft zugute. RWE Power hat im Schloss Paffendorf in Bergheim die Forschungsstelle Rekultivierung eingerichtet. Sie dient Wissenschaftlern als Anlaufstelle, Bibliothek und Labor für ihre Studien (www.forschungsstellerekultivierung.de).

Rekultivierungskonzept von RWE

Mehr zum Thema Rekultivierung und Artenschutz finden Sie unter:

https://www.forschungsstellerekultivierung.de