25. September 2018, RWE Power AG

Stimmungsmache mit fachlich schlechtem Gutachten

Greenpeace hat am 24. September ein Papier veröffentlicht, mit dem die Unzulässigkeit der Rodungen nachgewiesen werden soll. Eine Unternehmensberatung habe drei Varianten erarbeitet, mit denen eine Rodung in diesem Winter vermieden werden könne und trotzdem der Tagebau ungehindert weiterarbeiten könne.

Einer der spannendsten Sätze in dem Papier: „Es wird empfohlen, die fachtechnischen Ansätze (…) hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit mit dem örtlichen Fachpersonal zu diskutieren, um so (…) die Vorschläge verifizieren zu können.“ Das wäre in der Tat sicher substanziell besser gewesen, als sich auf die Auswertung zweidimensionaler Luftbild- und Satelliteninformationen zu stützen.

Die Aussagen in dem Auftragspapier entsprechen im Übrigen der Argumentation des BUND im Schriftsatz zum Eilverfahren in Sachen BUND./.Bezirksregierung Arnsberg, das vor dem OVG Münster anhängig ist und nach Angaben des Gerichts bald entschieden werden soll. Mit Blick auf das schwebende Verfahren will RWE dem nicht vorgreifen, weist aber auf einige grundlegende Fehler der Einschätzung hin, die die in der „Schnellanalyse“ postulierten „Varianten“ demaskieren. Manches ist fehlerhaft bzw. mindestens nicht nachvollziehbar (so beispielsweise die „gemessenen“ Entfernungen).Insgesamt vernachlässigen die Verfasser alle geohydrologischen und betrieblichen Zwänge und verlassen sich zur Bewertung wichtiger bergbaulicher Aspekte ausschließlich auf die Auswertung zweidimensionaler Luftbild- und Satelliteninformationen. Wie Greenpeace so zu dem Fazit kommt, die Rodung entspreche tatsächlich und rechtlich nicht den vorliegenden Genehmigungen erschließt sich hieraus nicht.