Die Geschichte des Tagebau Hambach:
von damals bis heute

Der Tagebau trägt seit 40 Jahren zur Versorgungssicherheit in NRW bei

Die Geschichte des Tagebau Hambach hängt bis heute stark mit dem Wunsch nach Versorgungssicherheit zusammen. Aktuell liefert der Tagebau noch die notwendige Braunkohle, um rund 15 Prozent des Strombedarfs in NRW zu decken.


Doch zunächst ein Blick zurück: Alles begann mit den beiden Ölpreiskrisen der 1970er Jahre. Sie führten Industrienationen wie Deutschland schlagartig vor Augen, wie abhängig sie von Energieimporten waren. Um diese Abhängigkeit zu verringern und die Versorgungssicherheit zu verbessern, setzte die damalige Bundesregierung auf einen Mix verschiedener Energieträger. Dabei kam der Braunkohle eine besondere Bedeutung zu, da sie der einzige Energieträger mit großen, noch dazu ohne Subventionen förderbaren Vorkommen in Deutschland ist.

Dies galt auch für das Abbaugebiet im Rheinischen Revier, zu dem der Tagebau Hambach gehört. 1974 stellte die damalige Rheinbraun AG den Antrag auf die Förderung der Braunkohle in dem Abbaufeld, für die große Teile des Hambacher Forst weichen würden. Nach Genehmigung wurde der Tagebau im September 1978 nahe der gleichnamigen Ortschaft begonnen. Es dauerte sechs Jahre, bis der Tagebau Hambach aus rund 160 Metern Tiefe die erste Braunkohle lieferte.

Das Abbaugebiet erstreckt sich über große Teile des Hambacher Forst. Es weist Besonderheiten auf, die für die damalige Zeit neue Lösungen erforderten. Die reichhaltigen Kohleflöze im Tagebau Hambach liegen in bis zu 470 Metern Tiefe. Das stellte den rheinischen Braunkohlebergbau vor große Herausforderungen, was zum Beispiel die Gewinnung, die Logistik und die Trockenhaltung des Tagebaus betraf. RWE investierte dafür allein in der ersten Phase des Tagebaus 2,5 Milliarden Euro.

Dafür kamen moderne Schaufelradbagger zum Einsatz, von denen heute sieben Exemplare im Tagebau Hambach zeitgleich Abraum und Kohle bewegen. Im Tagebau Hambach werden jährlich rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle aus bis zu 470 Metern Tiefe gefördert. Etwa 90 Prozent der Braunkohle werden zur Stromerzeugung in den tagebaunahen Kraftwerken der RWE eingesetzt.

RWE nahm – unter anderem im Tagebau Hambach – die wachsenden Anforderungen des Umweltschutzes an und integrierte sie als wichtigen und integralen Bestandteil in ihre Unternehmensstrategie. Das fällt vor allem bei der Gestaltung der Sophienhöhe auf, die im Nordwesten an den Tagebau Hambach angrenzt. Der 200 Meter hohe Berg ist seit 1978 aus Abraummassen des Tagebaus Hambach entstanden und wächst weiter in die Breite. Die Sophienhöhe ist fast komplett forstlich rekultiviert und frei von Autoverkehr. Über 100 Kilometer Wanderwege erschließen den Erholungssuchenden den in seinen ältesten Teilen 40 Jahre alten Wald. Längst ist sie auch ein Refugium für Wildtiere. Rekultivierungsgebiete wie die Sophienhöhe sind nicht nur bei den Menschen in der Region beliebt, sondern gelten auch in der Fachwelt als vorbildlich.

Die Sophienhöhe ist ein Ausweichlebensraum für viele Tierarten aus dem Hambacher Forst. Manche von ihnen sind auf alte Bäume angewiesen oder können sich von alleine nicht schnell genug in einer jungen Rekultivierung ausbreiten. Für ihren Erhalt und ihren Schutz hat RWE Power ein umfangreiches Programm aufgelegt.