29. April 2019, RWE Power AG

Bagger halten Abstand am Hambacher Forst

Wasserversorgung des Hambacher Forsts wird nicht durch Tagebau gefährdet

Wer auf der Landstraße von Buir nach Morschenich fährt, sieht zurzeit die Spitzen der vier Pylone der beiden Schaufelradbagger 259 und 261 dicht nebeneinander – und offenbar direkt am Rand des verbliebenen Hambacher Forsts. Doch der Eindruck täuscht: Die Oberkante des Abbaus, also die erste Sohle, liegt im genehmigten und vom Rodungsstopp des Oberverwaltungsgerichts NRW nicht betroffenen Bereich des Tagebauvorfelds. Die Bagger werden angemessenen Abstand zum verbliebenen Teil des Waldes halten und dem Waldstück nicht zu nahe kommen.

Tagebaugegner und Umweltschützer zeigen sich dennoch besorgt. Sie befürchten, dass die Wasserversorgung der Bäume und Pflanzen gefährdet werden könnte. 

Für den Wald besteht allerdings keine Gefahr: Die Wasserversorgung des Waldes ist nicht abhängig vom Grundwasser und wird damit nicht vom nahen Tagebau beeinflusst. Im Rheinischen Revier ist das Grundwasser seit Jahrzehnten großräumig und oft hunderte Meter tief abgesenkt – auch im Vorfeld des zurzeit 400 Meter tiefen Tagebaus Hambach. Das hat Wäldern und Ackerfrüchten nicht geschadet.

Die Vegetation habe auch vor dem Einschalten der Pumpen nie Grundwasserkontakt gehabt, betont Werner Sihorsch, Leiter der Rekultivierung der RWE Power AG: „In dieser Tiefe wurzeln die Pflanzen nicht.“ Die Bäume und Pflanzen im Hambacher Forst stillen ihren Feuchtigkeitsbedarf nicht durch Grundwasserkontakt, sondern aus dem lößhaltigen und deshalb die Niederschläge speichernden Boden, im dem sie wachsen.

Nach einigen Dezimetern Oberboden liegt  in der Tiefe ein Stauhorizont vor. Diese stauende Schicht besteht aus Ton oder Lehm, was den Oberboden nach oben und unten quasi wasserdicht abschließt. Dieser Oberboden saugt sich wie ein Schwamm voller Regenwasser, aus dem sich die Wurzeln der Bäume und Pflanzen dann versorgen. Sihorsch betont: „Sie können den Wald in der feuchten Jahreszeit regelrecht absaufen lassen. Ihre Wasserspeicherfähigkeit ist dennoch nicht hoch genug, um einen Extremsommer wie 2018 schadlos zu machen.“ In viele Wäldern Deutschlands sei es daher zu Vegetationsschäden gekommen. Die Borkenkäferplage bei den Fichten stehe damit im Zusammenhang.